PARTNERWAHRNEHMUNG III
Improvisationskette
Von zwei Partnern wird im Kontext des gewählten Themas ein kurzer Anfangsdialog gesprochen und körpersprachlich gestaltet. Es wird ein Stopp-Zeichen (Klatschen) gegeben, und einer der Partner wird vom nächsten Spieler abgelöst. Dieser entscheidet sich, welchen von den beiden er ablösen will, nimmt die Körperhaltung des abgelösten Spielers ein und regt eine beliebige Fortsetzung des Dialogs (bis zum nächsten Stopp-Zeichen) an. Das Stoppzeichen kann vom Gruppenleiter gegeben werden.
nach Peter Maier
Interpretation von Körperhaltung und Kleidung
Lesen Sie die Vorgaben und führen Sie sie nach Möglichkeit nonverbal vor. Wie interpretieren Sie die folgenden nonverbalen Signale:
- Verschränken der Arme;
- Ausstrecken der Arme;
- Entblößung der Körperteile;
- unruhige Bewegung der Hände, Arme, Beine;
- Stemmen der Hände in die Hüften;
- Reiben der Hände;
- Ringen der Hände;
- Öffnung der Handflächen nach vorn und nach oben;
- Handrücken zeigt auf den Partner;
- Handfläche zeigen auf den Partner;
- Mit-dem-Finger-Zeigen;
- unterschiedliche Farben der Kleidung.
Interpretation von Bildern, Fotos, Statuen
Schlagen Sie in Einzel- oder in Paararbeit in Zeitungen, Zeitschriften, Ausstellungskatalogen nach und finden Sie dort Menschenbilder mit ausgeprägter Körpersprache. Befestigen Sie die Bilder an der Tafel oder an der Wand, beschreiben und interpretieren Sie sie gemeinsam.
Menschen in Situationen
Beobachten Sie ein paar Tage lang Menschen in unterschiedlichen Situationen – im Bus, im Theater, im Restaurant, im Supermarkt, auf der Straße. Finden Sie ein Beispiel des körpersprachlichen Ausdrucks, welches Ihnen interessant und/oder typisch vorkommt. Führen Sie das Beispiel in der Klasse vor. Die Zuschauer beschreiben und interpretieren ihren nonverbalen Ausdruck verbal.
Spiegeln
Bilden Sie Paare. Stellen Sie sich im Klassenraum so hin, dass Sie genug Platz für zwei haben und dass Sie sich gut sehen.
Ein Paarmitglied beginnt langsam seine Körperteile zu bewegen – das Gesicht, den Kopf, den Hals, die Schultern, den Oberkörper, die Arme, die Hände, die Beine. Sein Gegenüber spiegelt die Bewegungen – ahmt sie so nach, als ob er ein Spiegel wäre. Nach ungefähr einer Minute wechseln Sie sich ab.
Das Spiegeln kann thematisiert werden. So können zum Beispiel Charaktereigenschaften, emotionale Zustände, kommunikative Haltungen, Tagesabläufe (Morgenhygiene, Mittagessen, Hobbybeschäftigungen) gespiegelt und anschließend verbal gedeutet werden.
Die Übung wird langsam durchgeführt.
Interkulturelle Unterschiede
Anerkennung wird symbolhaft durch Klatschen mit den Händen ausgedrückt, JA oder NEIN mit einer Kopfbewegung. Aber die Bulgaren zum Beispiel drücken JA und NEIN umgekehrt als wir aus.
Können Sie sich an weitere Beispiele der symbolischen Körpersprache (z.B. aus der Kindheit, dem Familienleben, dem Sport, der Öffentlichkeit, dem Gesellschaftsleben, der Kunstwelt, dem Studium, aus einigen Berufen...) oder an einige interkulturelle Unterschiede erinnern?
Führen Sie jeweils ein Beispiel vor. Die Zuschauer interpretieren ihren nonverbalen Ausdruck verbal.
Zwei Sprecher
Illustrative Gesten unterstützen die Mitteilungen des Sprechers: zeigen auf Gegenstände, bilden den Rhythmus der Sprache ab, stellen eine körperliche Aktion dar, veranschaulichen Ausmaße, Entfernungen, Richtungen.
Adaptive Gesten reduzieren die Spannung des Sprechers durch z.B. Kratzen am Ohr, Berühren der Nase, Legen der Hand auf die Stirn, Spielen mit dem Kugelschreiber, Entfernen des Fadens von der Hose usw.
Üben und bereiten Sie in Paararbeit das Vortragen eines kurzen identischen Textes vor. Das erste Paarmitglied spielt einen geübten, ruhigen, souveränen Sprecher, der gut mit den illustrativen Gesten umgeht, das andere Paarmitglied spielt einen unsicheren, verspannten, unerfahrenen Sprecher, der extrem viele adaptive Gesten gebraucht.
Selbstwahrnehmung
Als erstes Training der Selbstwahrnehmung werden Übungen zur bewußten Atmung und zur Wahrnehmung des Körpers empfohlen. Die Selbstwahrnehmung stellt den ersten Schritt auf dem Weg zum optimalen Einsatz der Körpersprache dar.
Atmung
In regelmäßigen Atemübungen lernt der Schüler seinen Atem wahrzunehmen und ihn beim Sprechen effektiv einzusetzen. Bewusste Arbeit mit dem Atem schließt den Umgang mit der Körperentspannung und -anspannung, mit Aus- und Einatmung samt Pausen, mit Brust- und Bauchatmung mit ein.
- Blütenduft. Sie atmen ein und schnüffeln dabei mehrmals kurz. Stellen Sie sich vor, sie riechen an einer Blüte. Sie atmen sanft und lang aus. Wiederholen Sie die Übung.
- Was für ein Geruch? Sie rümpfen die Nase und empfinden Abscheu vor dem Geruch eines verräucherten Lokals oder eines verdorbenen Nahrungsmittels. Sie bewegen die Nase in alle möglichen Richtungen.
- Nasenlöcher. Sie verschließen das rechte Nasenloch mit dem Daumen der rechten Hand und atmen durch das linke Nasenloch langsam aus, halten den Atem an und atmen kräftig ein. Entfernen Sie den Daumen und legen Sie den Ringfinger auf das linke Nasenloch und atmen jetzt durch das rechte aus, dann ein. Mehrmals wiederholen.
- Pffff. Atmen Sie auf ein weiches und leichtes "pffff..." aus. Wie lange können Sie gelöst mit Hilfe dieser Konsonanten ausatmen? Lassen Sie das Einatmen durch die Nase von selbst kommen. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals.
- Ha. Öffnen Sie Ihren Mund so, daß das Kinn locker bleibt. Halten Sie eine Handfläche etwa 20 cm vor dem Mund und atmen Sie leicht und gleichmäßig mit "ha" aus. Auf der Hand spüren Sie keinen Luftstrom, nur Feuchtigkeit und Wärme.
- Summen. Atmen Sie aus und vertiefen Sie das Ausatmen durch das Summen. Summen Sie mit geschlossenem Mund gleichmäßig auf den Konsonant "mmmmm...". Im ganzen Körper spüren Sie Vibrationen. Sie lösen Spannungen und geben Ihnen ein Gefühl von Klarheit.
- Bauch gegen die Wirbelsäule. Atmen Sie ein und ziehen Sie dabei den Bauch fest ein. Sie wollen den Bauch gegen die Wirbelsäule drücken. Lassen Sie beim Ausatmen den Bauch herausschnellen. Wiederholen Sie diese Übung mehrere Male.
- Spannung im Bauch. Atmen Sie tief in den Bauch ein und spannen Sie dabei den Bauch an. Lassen Sie die Spannung im Bauch immer stärker werden. Sie haben das Gefühl, die Oberfläche besteht aus einer dicken Betonplatte. Halten Sie die Spannung einige Sekunden aufrecht. Lassen Sie mit dem Ausatmen den Bauch gehen.
- Bauchdecke rein und raus. Lassen Sie aus Ihrem Bauch die Luft entweichen. Halten Sie jetzt den Atem an. Bewegen Sie die Bauchdecke rein und raus, zunächst langsam, dann immer schneller, bis Sie wieder atmen müssen. Lassen Sie die Luft ganz von selbst in den Bauchraum fließen.
- Beine atmen mit. Strecken Sie die Beine aus und bringen Sie sie beim Einatmen etwa 30 cm nach oben. Beim Ausatmen lassen Sie sie wieder auf den Boden sinken. Sehr langsam durchführen.
- Luft im Körper. Atmen Sie tief ein und halten Sie den Atem an. Lassen Sie keine Luft entweichen, solange es Ihnen möglich ist. Der Körper ist mit Luft angefüllt. Die Luft kann nicht heraus. Gönnen Sie sich ein langes entspanntes Ausatmen.
- Gehen und Atmen. Verbinden Sie beim Gehen Ihre Atmung mit Ihrer Bewegung. Atmen Sie auf drei bis zehn Schritte aus, legen Sie eine kurze Atempause ein und atmen Sie auf zwei oder drei Schritte ein. Überlassen Sie den Atemrhytmus dem Körper.
- Ärger ausatmen. Beim Ausatmen lassen Sie all das gehen, was für Sie ein Hindernis sein könnte. Atmen Sie jeden Ärger aus, jede Spannung, Unzufriedenheit. Atmen Sie regelmäßig aus und ein, konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Körpermitte. Das ist der ruhende Pol in Ihnen. Sie atmen aus und ein und gewinnen sich selbst dabei.
- Ruhe einatmen. Die folgende Übung können Sie in jeder beliebigen Position durchführen. Stellen Sie sich beim Einatmen vor, daß Sie all das in sich aufnehmen, was Sie sich wünschen und ersehnen. Sie atmen ein: Ruhe, Lebenskraft, Stärke, Mut, Zuversicht.
- Wahrnehmung des Atems. Überprüfen Sie am Anfang und am Ende jeder Übungssequenz kurz Ihren Atem. Ist Ihr Atem tiefer oder flacher geworden? Schneller oder langsamer? Regelmäßiger oder unregelmäßiger? Nehmen Sie das zur Kenntnis ohne Bewertung. Beziehen Sie bewußtes Atmen in Ihren Alltag ein. Wenn Sie sich verwirrt oder gehetzt fühlen, konzentrieren Sie sich kurz auf Ihre Atmung und versuchen Sie, Ruhe und Konzentration wiederzugewinnen.
Baumübung
Lesen Sie zuerst den folgenden Text:
Wenn du stehst, bist du wie ein Baum.
Du wächst von innen.
Deine Füße, den Wurzeln gleich, ziehen Kraft aus der Erde.
Dein Körper, wie ein Stamm, ist perfekt ausgerichtet.
Dein Kopf, die Krone, öffnet sich zum Himmel.
Du ruhst in dir, das Universum in deinem Geist.
Meister Lam Kam Chuen
Stehen Sie jetzt auf, finden Sie für sich einen bequemen Stehplatz und versuchen Sie, wie ein Baum zu stehen – mit beiden ganzen Fußsohlen fest auf dem Boden – wie verwurzelt. Die Füße ungefähr in Schulterbreite, der Körper geradeaus. Strecken Sie langsam und konzentriert die Taillen- und die Halspartie. Stellen Sie sich vor, Ihr Kopf wird an einem Faden nach oben gezogen. Ziehen Sie die Schultern nach hinten, nach unten und auseinander. Zu dieser Körperaufstellung, die wir „Baum“ oder auch „Null-Punkt“ nennen können, kehren Sie während Ihres Auftritts (Referat, Powerpointpräsentation) immer wieder zurück.
Wie fühle ich mich?
Wir gehen gedanklich und gefühlsmäßig den ganzen Körper durch und versuchen ihn mithilfe leichter Bewegungen zu lockern und zu entspannen.
- Mein Kopf – fühlt er sich warm oder kalt an?
- Mein Gehirn – gibt es viele Gedanken hier oder keine?
- Mein Atem – fließt er frei durch die Nase?
- Mein Kiefer – ist er frei?
- Mein Hinterkopf – gibt es da Spannungen, die sich entfernen lassen?
- Mein Nacken – ist er entspannt?
- Meine Schultern – sind sie frei beweglich?
- Meine Arme – sind sie müde oder kraftvoll?
- Meine Hände – sind sie kalt, warm, feucht oder trocken?
- Mein Rücken – gibt es hier Spannungen, die sich entfernen lassen?
- Mein Brustkorb – fließt der Atem leicht ein und aus?
- Mein Magen – ist er entspannt?
- Meine Hüften – sind sie entspannt? Fühlen sich die beiden Seiten gleich an?
- Meine Knie – sind sie locker?
- Meine Beine – sind sie müde oder kraftvoll?
- Meine Füße – sind sie kalt, warm, feucht oder trocken?
- Mein ganzer Körper – wie fühlt er sich an?
- Wie fühle ich mich? Zufrieden, traurig, ruhig, müde, energievoll...?
Entspannung
Versuchen Sie, den Körper langsam zu entspannen. Die einzelnen Körperteile werden zuerst angespannt, die Spannung wird dann kurz gehalten und anschließend wird sie gelöst.
- Spannen Sie Ihre rechte Hand an, indem Sie eine Faust machen. Spüren Sie die Anspannung? Beim Ausatmen lassen Sie wieder los.
- Spannen Sie nun Ihren rechten Arm an, indem Sie Ihn leicht anwinkeln. Fühlen Sie die Anspannung im Oberarm? Halten Sie die Spannung kurz und entspannen Sie wieder.
- Kommen wir nun zur rechten Hand/zum rechten Arm...
- Kommen wir nun zum Gesicht. Spannen Sie Ihre Stirn an, indem Sie die Augenbrauen leicht nach oben ziehen. Lassen Sie die Anspannung kurz wirken. Mit dem Ausatmen entspannen Sie wieder.
- Spannen Sie jetzt Ihre Augen an, indem Sie sie leicht zusammendrücken. Spüren Sie die Anspannung? Beim Ausatmen lassen Sie die Augenmuskeln locker werden.
- Pressen Sie nun leicht die Zähne zusammen. Halten Sie diese Spannung kurz. Nun entspannen Sie wieder.
- Pressen Sie nun die Zunge leicht an den Gaumen. Halten Sie die Spannung kurz. Und entspannen Sie wieder.
- Bewegen Sie nun Ihren Kopf leicht nach vorn. Bringen Sie Ihr Kinn in Richtung Brust. Spüren Sie die Anspannung? Beim nächsten Ausatmen entspannen Sie wieder.
- Spannen Sie nun Ihre Nackenmuskeln an, indem Sie Ihre Schultern nach oben ziehen. Fühlen Sie die Anspannung? Nun lassen Sie wieder los.
- Kommen wir nun zum Bauch. Spannen Sie Ihre Bauchmuskeln an. Spüren Sie die Anspannung? Nun entspannen Sie wieder.
- Spannen Sie jetzt Ihren Rücken an, indem Sie den Bauch nach vorne schieben. Fühlen Sie, wie sich die Rückenmuskeln anspannen? Beim nächsten Ausatmen lassen Sie wieder los.
- Spannen Sie nun Ihre Gesäßmuskulatur an. Spüren Sie die Anspannung? Nun wieder entspannen.
- Kommen wir nun zu den Beinen. Spannen Sie Ihren rechten Fuß an, indem Sie Ihn leicht nach vorne beugen. Halten Sie die Spannung kurz. Und entspannen Sie wieder.
- Spannen Sie Ihre rechte Wade an, indem Sie Ihren Fuß leicht nach oben ziehen. Beim nächsten Ausatmen wieder Entspannen.
- Spannen Sie nun Ihren rechten Oberschenkel an. Beim nächsten Ausatmen lassen Sie Ihn wieder los.
- Kommen wir nun zum linken Bein...
- Kommen Sie nun aus der Entspannung zurück. Strecken Sie sich, wie morgens beim Aufstehen. Atmen Sie tief ein und aus. Öffnen Sie Ihre Augen. Sie sind ganz frisch.
Das eigene Gleichgewicht
- Stellen Sie sich normal hin („Baum“ bzw. „Null-Punkt“). Versuchen Sie das Gleichgewicht auch mit geschlossenen Augen zu halten.
Und nun im Einbeinstand – zunächst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen. Wechseln Sie die Beine. Und nun winkeln Sie das linke, dann das rechte Bein wie ein Storch nach vorne ab, schließen Sie die Augen und halten Sie das Gleichgewicht.
Wiederholen Sie die Übung. Ist es besser gegangen? Welchem Umstand schreiben Sie es zu?
- Stehen Sie aufrecht („Baum“ bzw. „Null-Punkt“), schließen Sie die Augen und atmen Sie ruhig ein und aus. Strecken Sie die Arme seitlich aus und lassen Sie dann die beiden Zeigefinger über dem Kopf in Berührung kommen. Senken Sie die Arme.
Nun führen Sie die Arme bei geschlossenen Augen vor dem Körper zusammen und berühren Sie beide Zeigefinger. Diesen Ablauf können Sie mit den Daumen, Mittel-, Ring-, Kleinfingern in Richtung Stirnmitte, Ohrläppchen, Kinn wiederholen.
Rücken an Rücken
In den folgenden zwei Übungen werden didaktisch relevante körpersprachliche Kommunikationsstrategien ausprobiert und reflektiert.
Bilden Sie bitte Paare und setzen Sie sich dann so hin, dass Sie Ihren Partner nicht sehen können – entweder mit geschlossenen Augen oder Rücken an Rücken. Führen Sie jeweils ein kurzes Gespräch.
Sprechen Sie dann kurz darüber, wie sie sich gefühlt haben. Haben Sie den Anblick des Partners vermisst? Kam es zu keinen Hörstörungen? Haben Sie Gestikulation gebraucht?
Nonverbale Rückmeldung
Zwei Schüler werden hinter die Tür geschickt. Der Lehrer vereinbart mit der Klasse, dass er zuerst mit dem ersten, dann mit dem zweiten Schüler jeweils ein kurzes Prüfungsgespräch führt. Den ersten Schüler verstärkt er positiv – er lächelt, schaut dem Schüler in die Augen, nickt freundlich, stimmt ihm zu. Den zweiten Schüler verstärkt er überhaupt nicht, er schaut ihn bei den Antworten nicht an, macht ein ernsthaftes, ggleichgültiges Gesicht.
Anschließend berichten die beiden Schüler über ihre Gefühlem, die Zuschauer über ihre Eindrücke.
Gefühle und Empfindungen
Auch die letzten zwei Aufgaben zur Selbstwahrnehmung haben reflexiven Charakter.
Erinnern Sie sich bitte an eine erlebte emotionell geladene Situation und konzipieren Sie in Paar- oder Einzelarbeit einen kurzen monologischen oder dialogischen Text, in dem Sie mindestens zwei Empfindungswörter benutzen. Lesen Sie dann Ihre kurzen Texte bzw. Textfragmente im Plenum vor. Vergessen Sie nicht, Ihre Stimme im Einklang mit der ausgedrückten Bedeutung zu modifizieren.
- ach, ah, hm (nach Situation unterschiedliche Bedeutung)
- au, aua, autsch (Schmerz)
- auweh, oje (Bedauern)
- äks, igitt, pfui (Ekel)
- ätsch (Schadenfreude)
- hm, nanu (Verwunderung)
- hurra, jippi, juchhe (Freude)
- uff (Erleichterung)
Assoziationen zum Sitzkreis
Gestalten Sie für eine bestimmte Unterrichtssequenz einen Sitzkreis. Lassen Sie Ihre Schüler noch vor der geplanten Arbeit ihre Befindlichkeit reflektieren und Assoziationen zu der Sitzanordnung „im Kreis“ bilden. Wie empfinden sie den Unterschied zu der frontalen Möbelaufstellung? Was alles ist anders geworden? Wie fühlen sie sich? Warum?
Kontaktaufnahme
Immer, wenn Sie das erste Mal vor eine Klasse oder Gruppe treten, wenn Sie einen Vortrag halten, ein Referat präsentieren wollen, versuchen Sie in Ihren Auftritt folgende Schritte zu integrieren, die für Ihr Wohlbefinden, aber auch für den guten Kontakt zu ihrer Adressatengruppe von Belang sind:
- Nehmen Sie passende Aufstellung ein (siehe oben die Baum- bzw. Null-Punkt-Übung) – möglichst im Abstand von 1,2-3,5 Metern.
- Kontrollieren Sie, ob Sie die ganze Gruppe im Blick haben. Investieren Sie ruhig ein paar Sekunden für den ersten Blickkontakt mit allen Teilnehmern.
- Während des Sprechens sehen Sie ruhig und konzentriert abwechselnd alle an. Vermeiden Sie dabei den so genannten Scheibenwischerblick ohne wirklichen Kontakt.
- Schauen Sie nie einen Teilnehmer zu lange oder zu intensiv an.
- Suchen Sie positiv eingestellte Teilnehmer. Diese Teilnehmer oder Teilnehmergruppen suchen Sie mit dem Blick immer wieder auf und von da aus gehen Sie immer wieder zur Kontaktaufnahme mit der ganzen Klasse über.
- Senden Sie Kontaktsignal „Lächeln“ aus und probieren Sie seine ansteckende Wirkung aus.
Vorlesen
Das im Fremdsprachenunterricht immer wieder geübte Vorlesen kann auf interessante und nützliche Art modifiziert werden.
In die obligatorischen Aussprache- und Intonationsübungen sollten zum Beispiel unbedingt ruhige langsame Deutlichkeitsübungen mit voluminöser Vokalbildung, konsonantischer Konturierung und mit bewusstem Umgang mit Pausen integriert werden.
Darüber hinaus können viele weitere Übungen dazu verhelfen, dass das Vorlesen sowohl für den Vorleser als auch für das Publikum zu einer interessanten Begegnung wird.
Nachrichtenstudio
Die deutsche Sprache zeichnet sich im Vergleich zu der tschechischen Sprache durch eine ausgeprägtere Wort- und Satzbetonung bzw. Satzmelodie aus. Um uns für diesen Unterschied zu sensibilisieren, finden wir in einer beliebigen Internet-Zeitung eine einfache Audio-Nachricht und hören uns diese mehrmals an. Den Text der Nachricht rekonstruieren wir schriftlich im Diktogloss-Verfahren (wiederholtes Anhören und schriftliches Festhalten). Wir lernen den Text originalgetreu vorzulesen. Im Unterricht werden dann die Nachrichten im „Nachrichtenstudio“ vorgelesen.
Bei eventuellen Dekodierungsschwierigkeiten ist es notwendig, dass der Schüler dem Lehrer nicht seine transkribierte Fassung, sondern die Audioaaufnahme bringt. Für diese Aufgabe sind also ungefähr zwei Wochen einzuplanen – damit der Lehrer bei der Dekodierung helfen kann.
Befindlichkeiten
Unsere nächste Leseübung wird im Stehkreis durchgeführt.
Jeder Schüler bekommt ein Kärtchen mit einem Satz und mit der Angabe der emotionellen Befindlichkeit (in Klammern), in der der Satz ausgesprochen wird. Der Satz ist unter Einsatz aller nonverbalen Mittel so vorzulesen, dass der gesamte Ausdruck den Zuschauern/Zuhörern die Deutung der Befindlichkeit ermöglicht.
Das Repertoire der Befindlichkeiten kann zum Beispiel in Form des Tafelanschriebs im Voraus zur Verfügung gestellt werden:
Repertoire der Befindlichkeiten
ABLEHNUNG – ANGST – ÄRGER – BEGEISTERUNG – EKEL ENTTÄUSCHUNG – ERLEICHTERUNG – FREUDE GLEICHGÜLTIGKEIT – GLÜCK – INTERESSE – LANGEWEILE MITLEID – MÜDIGKEIT – NEUGIER – TRAUER – ÜBERRASCHUNG UNGEDULD – UNSICHERHEIT – VERWUNDERUNG – WUT ZERSTREUTHEIT – ZORN – ZUSTIMMUNG |
24 Kärtchenvorgaben
Der Vorschlag
(ABLEHNUNG) |
Das ist aber
(ANGST) |
Warum hast du dem Chef etwas Anderes gesagt als mir?
(ÄRGER) |
Das ist ein toller Plan.
(BEGEISTERUNG) |
Insekten
(EKEL) |
Na ja, versprochen (ENTTÄUSCHUNG) |
Du hast die ganze Wäsche gebügelt? Das ist aber toll.
(ERLEICHTERUNG) |
Ich wurde zum Studium aufgenommen.
(FREUDE) |
Seine Ausreden interessieren mich
(GLEICHGÜLTIGKEIT) |
Ich habe eine interessante und wirklich gut bezahlte Stelle bekommen. |
Und kennst du Bedingungen für dieses tolle Stipendium?
(INTERESSE) |
Zuerst wollte ich nicht zum Schilaufen mitfahren. Und jetzt (LANGEWEILE) |
Das ist etwas ganz Wichtiges. (ZUSTIMMUNG) |
Du hast wieder verschlafen und den Termin verpasst? Ach du Arme... (MITLEID) |
Was ist los mit mir;? Hat mich vielleicht dieser Grippe-Virus erwischt? (MÜDIGKEIT) |
Dass gerade er |
Stell dir vor, mein Nachbar ist an den Folgen seiner Verletzung gestorben. (TRAUER) |
Eva hat sich von Peter getrennt? Was du nicht sagst. Sie waren doch das Paar des Jahres! (ÜBERRASCHUNG) |
Komm, komm,
(UNGEDULD) |
Der eine sagt dies,
(UNSICHERHEIT) |
So viele Punkte (VERWUNDERUNG) |
Was sagst du?
(WUT) |
Entschuldige.
(ZERSTREUTHEIT) |
So. Ich habe festgestellt, (ZORN) |
Literatura
CHI KUNG. Zhan Zhuan. [online]. © 2009 [cit. 2009-07-18]. <http://www.chi-kung.org/zhan_zhuang.html>.
FLOTTMANN, H.; GRYGIER, H.; HILGERS, U.; TRENNER, B. Wahrnehmung, Kommunikation und Konfliktmanagement. Heterogenität und Klassenmanagement. Handbuch. Bielefeld: EU-TIPP, 2009.
KRÈMOVÁ, Marie. Fonetika a fonologie. [online]. © 2008 [cit. 2009-07-19]. <http://is.muni.cz/do/1499/el/estud/ff/js08/fonetika/ucebnice/index.html>.
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SCHOBER, O. Körpersprache – Schlüssel zum Verhalten. Bedeutung und Nutzen der Körpersprache im Alltag. München: Wilhelm Heyne, 1990.
WATZLAWICK, P.; BEAVIN, J. H.; JACKSON, D. D. Menschliche Kommunikation. Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Bern: Hueber, 1969.
- ZAJÍCOVÁ, P.; NANGONOVÁ, S., PAVLISKOVÁ, J. Dechová cvièení ve vyuèování cizímu jazyku. Cizí jazyky, 42, 3-4, 1998, s. 52-55.
ZAJÍCOVÁ, P. Text und Textverstehen im Unterricht DaF. Ostrava: OU, 1999.