Obwohl sich die Stimme an der Grenze zwischen dem verbalen und dem nonverbalen Ausdruck befindet und deshalb am Anfang unserer Anordnung steht, sollten die ihrem Wesen nach relativ schwierigen Sprech- und Stimmübungen nach unserer Erfahrung erst nach einem reichhaltigen Angebot an Bewegungsübungen durchgeführt werden.
Die Schulung der Sprechtechnik und der Stimmführung basiert auf deutlicher und korrekter Aussprache und beinhaltet neben einschlägigen Übungen auch Atemübungen.
In regelmäßigen Atemübungen lernen die SchülerInnen ihren Atem wahrzunehmen und ihn beim Sprechen effektiv einzusetzen. Bewusste Arbeit mit dem Atem schließt den Umgang mit der Körperentspannung und -anspannung, mit Aus- und Einatmung samt Pausen, mit Brust- und Bauchatmung mit ein.
In den Sprechübungen wird die Aufmerksamkeit gerichtet auf Stimmansatz, Stimmresonanz, Sprechen in die Maske und Stimmprojektion, auf deutliche Artikulation mit voluminöser Vokalbildung und konsonantischer Konturierung, weiter auf Betonung, Intonation und den Umgang mit Pausen.
Wenn diese Aspekte bewusst wahrgenommen und einigermaßen interiorisiert werden, bekommen die Schüler ein Repertoire von Elementen, die sie nach ihrem eigenen Ermessen auswählen, variieren und in die Textpräsentation einbauen. Es handelt sich zum Beispiel um Lautstärke, Tonhöhe, Stimmfarbe bzw. Emotionalität, Tempo, Sprecheranzahl, Staffel-, Cloze- und Kanonsprechen, Welle, Echo, einfache Klangeffekte (z.B. Klatschen, Schnipsen, Stampfen, Klopfen, Pfeifen, Brummen, Zischen).

Beim lauten Vorlesen sind Übungen hilfreich und nützlich, in denen die Schüler ihre Aufmerksamkeit auf den Stimmansatz, die Stimmresonanz, das Sprechen in die Maske und auf die Stimmprojektion richten.