Bildertheater
Das Bildertheater wird als eine Bilderfolge gestaltet und zu den einzelnen Bildern werden kurze Texte gesprochen. In der Vorbereitungsphase werden in Kleingruppen Entscheidungen zu der Rollenverteilung gemacht. In der Präsentationsphase wird das Bildertheater inszeniert. Die Szene kann entweder als eine Ausstellung an der Tafel oder an der Wand gestaltet werden oder es kann die Form des japanischen Papiertheaters „Kamishibai“ genutzt werden – die Bildtafeln werden hier der Reihe nach in einen einfachen Bühnenrahmen aus Holz oder Sperrholz gelegt.
Es bestehen mehrere inhaltlich-formale Modifikationen.
- Die erste Möglichkeit des Bildertheaters besteht darin, dass ein paar Bilder (4-6) zu einem vorläufig unbekannten Text angefertigt und den Schülern vorgelegt werden. Diese Bilder werden in Gruppenarbeit betitelt (anschließend kann in der Klasse jeweils ein gemeinsamer Titel für jedes Bild gewählt werden), beschrieben und aus diesen Bildern werden gruppeneigene Bilderanordnungen zusammengestellt und gezeigt, dazu eine einfache Situation oder Geschichte entworfen und erzählt.
Anschließend wird gemeinsam der Originaltext gelesen und mit den entworfenen Texten verglichen.
Die Schwierigkeit dieser Vorgehensweise besteht darin, dass die Bilder auf der einen Seite nicht zu stark lenkend sein sollten, damit nicht alle Gruppen einen identischen Text konzipieren, auf der anderen Seite sollten sie so beschaffen sein, dass sie die kreative und phantasievolle Herstellung einer kohärenten Geschichte überhaupt ermöglichen.
- Die SchülerInnen zeichnen Bilder oder stellen Collagen her, durch die sie Situationen aus ihrem Alltag, dem Familien- oder Schulleben erzählen wollen.
- Die SchülerInnen zeichnen Bilder oder stellen Collagen her zu bereits bekannten literarischen Erzähltexten, Dramen, Sagen, Mythen und erzählen die Texte nach. Sie bedienen sich nach Bedarf des Inhalts und des verbalen Wortlauts der Ausgangstexte oder sie versuchen die Leerstellen des Textes mit ihren weiterführenden Vorstellungen zu füllen.
- Die SchülerInnen bekommen vorgefertigte Symbole (z.B. Kreis, Dreieck, Quadrat, Viereck, Rhomboid, Stern, Herz – nach Bedarf in unterschiedlichen Größen und Farben). Diese Symbole repräsentieren die Gestalten und Objekte eines wohl bekannten Textes (z.B. eines Märchentextes). Die Schüler positionieren diese Symbole (zum Beispiel durch Aufkleben auf ein A3-Blatt) nach eigenem Ermessen auf eine Folge von mindestens drei Bildtafeln, durch die bestimmte ausgewählte und vereinbarte Szenen des Textes repräsentiert werden. Anschließend beschreiben die Schüler ihre Bilder und erklären die Ideen, die hinter den gewählten Positionierungen stecken.