Entwurf und Ausführung:
Andrea Flachbartová, Monika Jirušková, Veronika Kulišáková, Katarína Kánová, Zuzana Macháòová, Jitka Platovská
Das Mottenpulver
Herr Veneranda ging in eine Drogerie. „Verzeihung“, fragte er den Drogisten, „haben Sie etwas, um Wolle vor Motten zu schützen?“
„Gewiss, wir haben Mottenpulver. Ich kann es sehr empfehlen“, sagte der Drogist.
„Ausgezeichnet!“, sagte Herr Veneranda. „Dann geben Sie mir zwei Strang Wolle.“ (1)
„Aber“, fragte der Drogist verwundert, „wollten Sie denn nicht Mottenpulver?“
„Ich möchte vor allen Dingen Wolle“, sagte Herr Veneranda, „ich kann doch nicht mit Mottenpulver stricken. Stricken Sie mit Mottenpulver?“ (2)
„Aber“, stotterte der Drogist, „Sie haben mich um etwas gebeten, das Wolle vor Motten schützt.“
„Welche Wolle?“, fragte Herr Veneranda. „Wenn ich Wolle vor Motten schützen soll, so geben Sie mir doch Wolle!“ (3)
„Ich verkaufe keine Wolle“, sagte der Drogist, „ich verkaufe Mottenpulver.“
„Sie verkaufen Sachen, die zu nichts nütze sind“, sagte Herr Veneranda, „wahrscheinlich haben Sie nicht einmal Motten.“
Und Herr Veneranda verließ das Geschäft und warf schimpfend die Tür zu.
Nach: Carlo Manzoni. 100 x Signor Veneranda. München: dtv, 1976.
1 UNSICHERHEIT, ZWEIFEL
- Höre ich schlecht, oder hat er sich hier verirrt?
- Schon wieder so einer. Mit dem stimmt etwas nicht.
- Fünf nach sechs. Gerade wollte ich schließen.
2 DESORIENTIERUNG (oder Ärger)
- Was will er eigentlich?
- Einmal das, dann wieder was Anderes.
- Ruhig bleiben, ruhig bleiben, nur keine Aufregung.
3 ÄRGER (oder Wut)
- Jetzt hab ichs aber satt/genug.
- Das hat mir heute noch gefehlt.
- Noch eine Weile und du wirst etwas erleben.