Pantomimentheater

Während der Tanz eine begleitende Komponente des Textes darstellt, soll die pantomimische Form ein paralleles Bild anbieten und als solches den Text körpersprachlich ersetzen.
Im Theater als Pantomime wird der Text im Unterricht zuerst pantomimisch einstudiert und vorgeführt, dann von den Zuschauern verbal gedeutet, später gelesen.
Erfahrungsgemäß führen die SchülerInnen immer wieder gern einfache pantomimische Handlungen durch, wenn es zum Beispiel darum geht, Berufe zu raten, Sportarten vorzuführen, Tiere nachzuahmen. Einen ganzen Text pantomimisch zu spielen erscheint jedoch etwas schwieriger. Es ist wichtig zu wissen, dass eine pantomimische Inszenierung eine ähnliche syntaktische Struktur hat wie ein Text. Auch die Pantomime besteht aus Sätzen, die ihren Anfang, ihr Ende, ihre Interpunktion haben. Die syntaktische Struktur wird durch einen Wechsel von Ruhe bzw. Pause und Bewegung, von neutraler Stellung und Aktion, von Entspannung und Spannung, weiter durch anfangs- und schlussartige Gesten und Bewegungen der Körperteile gebaut. Die Bewegungen bringen Geschehen, Rede, Gedanken, Befindlichkeiten und Emotionen der Akteure zum Ausdruck.
In Einstimmungs- und Vorbereitungsübungen sollten neben pantomimischen Spielen (z.B. Scharade, Elefantenwaschen) Überlegungen und Versuche integriert werden, in denen einige typische pantomimische Bewegungsabläufe ausprobiert werden – bei deren gleichzeitiger Reduktion auf das Wesentliche. Des Weiteren sollten sowohl einige gute als auch triviale und zu vermeidende Beispiele von pantomimischen Gesten ausprobiert und diskutiert werden.
Die Pantomime genießt das Ansehen einer relativ anspruchsvollen Kunst. Im Fremdsprachenunterricht kann nicht erwartet werden, dass die Schülerdarbietungen hohen professionellen Anforderungen gerecht werden. Trotzdem halten wird den Versuch, einen Text pantomimisch zu übersetzen, für legitim. Im sprachdidaktischen Kontext geht es vordergründig um sprachliche Handlungen, die aus Diskussionen über den Textsinn, über die Darstellungs- und Deutungsmöglichkeiten bestehen und die eine Vertiefung der Textarbeit bedeuten. Außerdem können die Schüler viel über die Pantomime erfahren, sie können lernen, mit ihrem Körper zu arbeiten, Symbole, Nachahmungen, Gebärden besser wahrzunehmen, sich über die Spezifik des pantomimischen bzw. nonverbalen Ausdrucks Gedanken zu machen.