Das folgende Gedicht kann im Erzähltheater von drei Schauspielern gespielt werden.
Der gesamte Text außer den letzten drei Zeilen wird vom Erzähler vorgelesen. Der Mann übernimmt die entsprechenden körperlichen Handlungen, die Frau sitzt ohne Bewegung am Tisch und starrt ihn an. Die letzten drei Zeilen spricht die Frau, sie deckt dabei aber nicht das ganze Gesicht zu, damit der Text von ihrem Mund abgelesen werden kann.
Die körperliche Handlung geht dem gesprochenen Text immer ein bisschen voraus, alle drei Schauspieler müssen also den Text kennen.
Frühstück
Er goß den Kaffee
In die Tasse
Er goss die Milch
in die Kaffeetasse
Er gab Zucker
In den Milchkaffee
Mit dem kleinem Löffel
rührte er um.
Und trank ihn
Er stellte die Tasse ab
ohne ein Wort
Er zündete eine Zigarette an
er blies Ringe
Aus Rauch
Er streifte die Asche
In den Aschenbecher
Ohne ein Wort
Ohne einen Blick
Er setzte den Hut auf
Er zog den Regenmantel an
Denn es regnete
Er ging
Ohne ein Wort
Ohne einen Blick
Und ich
Schlug die Hände vors Gesicht
Und weinte.
Jacques Prévert: Frühstück. Freie Übersetzung aus dem Französischen Kurt Kusenberg
(http://zeichensaal-1.de/textgalerie/tg003t.html; 22. 1. 2005).